WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

Wer bastelt mit?

Die erste Begegnung mit Martin KusÇej hatte ich an einem verregneten Nachmittag in einem Café in der Betonwüste der Mannheimer Innenstadt. Er kam zur Tür herein, und vor mir stand ein Mensch, der mir vertraut war, so sehr, als würde ich ihn schon lange kennen. Der Kopf eines Griechen auf dem Körper eines Diskuswerfers und gleichzeitig ein bäuerlicher Lausbub aus den Julischen Alpen mit den klugen und ruhigen Augen eines Fischers am adriatischen Meer.

Burgtheaterdirektor Klaus Bachler im Vorwort zum KuÇsej-Buch in der Edition Burgtheater.

Verwurzelt und verzweifelt

Martin KusÇej ist einer, der in seiner Heimat verwurzelt ist und gerade darum an ihr verzweifelt. Einer, der die Ausweglosigkeit in unserer Welt erkennt und doch das Leben liebt. All das strahlte er aus.

Unglaublich, was ein Mensch alles ausstrahlen kann.

Verstört und verstörend

Martin KusÇej ist ein Poet der Bühne, ein lustvoller Künstler und ein mediterraner Mensch. Er ist verstört und verstörend zugleich.

Langsam kann einem dieser KuÇsej echt unheimlich werden.

Bis zum Himalaya

Mit Martin KusÇej müsste ich nicht unbedingt Theater machen. Ich kann mir vieles mit ihm vorstellen. Auf einem Bauernhof arbeiten, eine Nordpolexpedition wagen, fischen oder durch die Wälder reiten.

Wir fassen zusammen: Klaus Bachler möchte mit einem verstörten griechischen Fischbauern aus den Julischen Alpen an der Adria zum Nordpol reiten - oder umgekehrt.

Des Rätsels Lösung

Vieles bleibt ein Rätsel, aber auch das wird zur Lösung.

Rudolf John über "Blue Moon".


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