STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

Am 13. November wäre Oskar Josef Bschließmayer, gebürtig aus Wien-Gumpendorf, der Welt besser bekannt unter dem Namen Oskar Werner, achtzig Jahre alt geworden. Mit einer Retrospektive seines vergleichsweise schmal gebliebenen Filmschaffens (Werner wirkte zwischen 1940 und 1976 in wenig mehr als zwanzig Kinofilmen mit) hat dieser Tage das Filmarchiv Austria an seiner neuen Heimstatt, dem traditionsreichen, aber im Frühjahr noch ernsthaft von der Schließung bedrohten Metro-Kino, den regulären Spielbetrieb aufgenommen.

  Ein schöner Neubeginn, wohlgemerkt, obschon Werner, der bereits 1941 am Burgtheater debütierte, im Film leider allzu selten an einen Regisseur geriet, dessen Können jenem des Schauspielers nur annähernd entsprochen hätte. Die glücklichen Ausnahmen hießen: Max Ophüls ("Lola Montez", F/BRD 1958), François Truffaut ("Jules et Jim" und "Fahrenheit 451", F 1962 bzw. GB 1966), sowie Martin Ritt ("The Spy Who Came in From the Cold", GB 1965). Umgekehrt, auch das muss gesagt werden, steckte Werner mitunter selbst schwer erträglichem Kintopp manches Glanzlicht auf: etwa die Sterbeszene in "Ship of Fools" (Stanley Kramer, USA 1965), die mit zu den besten gehört, die je ein Schauspieler im Hollywoodkino gegeben hat - und Oskar eine Nominierung für den Oscar einbrachte.

  Neben den Kinoarbeiten, die bis 3. Dezember gezeigt werden, gibt es im Foyer eine kleine Ausstellung mit Plakaten und Fotos seiner Filme zu besichtigen; zudem ist zur Retrospektive ein von Raimund Fritz herausgegebener Band erschienen, "Oskar Werner - Das Filmbuch", der sich erstmals speziell mit dessen Karriere im Kino auseinander setzt.


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