Stil kommt nicht von subtil

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

NACHRUF. Im Alter von ungefähr neunzig Jahren ist in Kalifornien der Filmregisseur André de Toth gestorben. Der ungarische Emigrant war ein kompromissloser Außenseiter des Hollywoodkinos. 

"I'd rather make a big piece of shit of my own than something that isn't mine."

André de Toth

Er hatte nur ein Auge, brach sich dreifach das Genick, war sieben Mal verheiratet und Vater von 19 Kindern. Er schrieb Romane, versuchte sich als Bühnenautor, fuhr Rennautos, liebte das Fliegen, war Cowboy und Journalist, Maler und Bildhauer. Und irgendwann, ganz nebenbei, fand André de Toth sogar noch Zeit, eine Handvoll großartiger Filme zu drehen: "Ich habe in meinem ganzen Leben keinen einzigen Tag gearbeitet. Was immer ich gemacht habe, good, bad, or brilliant, hab ich mit Freude gemacht."1

  De Toth, geboren in Ungarn, irgendwann vor dem Ersten Weltkrieg (die Angaben reichen von 1910 bis 1914), gefiel sich in der Rolle des tough guy: ein kompromissloser Geschichtenerzähler, etwa in einer Liga mit


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