Roll over Beethoven

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

MUSIK. Muss das sein? Uri Caine orchestriert die "Diabelli-Variationen" von Beethoven und scheitert durchaus erfolgreich an dessen Einfallsreichtum. 

Eine Boogie-Woogie-Bassline aus dem Jahr 1818 - so etwas kann einem wie Uri Caine nicht ewig verborgen bleiben. Alle paar Jahre packt den New Yorker Jazzpianisten der Neugestaltungswille, und dann nimmt er sich wieder eines der Prachtstücke aus dem Klassik-Katalog vor. Den Anfang machten einige Best-ofs von Gustav Mahler, die er auf überraschende und intelligente Art bearbeitete ("Urlicht", 1996); Adaptionen von Wagner und - bisher am überzeugendsten - Schumanns Liederzyklus "Dichterliebe" folgten; an Bachs "Goldberg Variationen" scheiterte Caine zuletzt.

  Mit Beethovens "33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli" hat er sich jetzt das zweite der wenigen ernst zu nehmenden Variationswerke der Klassik vorgenommen. Links ein Bass, als wär er für Wolfgang "Let's Boogie!" Schüssel geschrieben, rechts ein dümmlich ländlerndes


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