Wie bei Columbo

CHRISTOPHER WURMDOBLER | Stadtleben | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

DESIGN. Ein junger Wiener Designer hat einen neuen Weinöffner entwickelt.

Eine Flasche Wein zu öffnen ist keine so schwierige Angelegenheit. Falls kein Korkenzieher zur Hand ist, geht sogar ein Kochlöffel, mit dem man den Korken mit viel Panscherei in die Flasche hineinstößt. Umgekehrt funktioniert der Weinöffner von Kotoi: Entkorkt wird mit dem futuristisch anmutenden Teil mittels Druckerzeugung im Innern der Flasche. Mit einer Nadel wird der Korken durchstoßen, dann injiziert man Lebensmittelstickstoff aus einer Patrone, und schwups flutscht der Korken aus der Flasche.

Neu ist diese Technik übrigens nicht. Bereits in den frühen Siebzigerjahren kam der Stickstoff-Screwpull auf den Markt - das österreichische Patent passte hervorragend zum Lebensstil der Zeit. In einer "Columbo"-Folge löst der Inspektor im Trenchcoat sogar einmal einen Fall, in dem der Weinöffner mit der Nadel Tatwaffe ist. Dieser Krimi war auch Grund für Markus Reiter, den Öffner neu zu erfinden. "Das hat irgendwie sein müssen", sagt der junge Designer, der vor allem für die Sonnenbrillenkollektionen des Modeduos Wendy & Jim zuständig ist. Ein Mord mittels Stickstoffinjektion sei beim neuen Modell nicht möglich, da beim Weiterentwickeln "absolute Sicherheit" Priorität gehabt habe.

Außerdem sollte nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen sein, worum es sich bei dem Teil handelt. Das zylinderförmige Werkzeug ist aus leichtem Kunststoff, das nach gebürstetem Stahl aussieht, und liegt gut in der Hand. Der Stickstoff trübe in keinster Weise den Weingeschmack oder die Haltbarkeit, versichert Reiter. Aber vor allem geht es um die Lust am Spiel. Denn für die rund dreißig Euro, die der Öffner kostet, gibts schon die ein oder andere Flasche guten Wein.

Zu haben bei Maurer, 7., Siebensterng. 40, Mo-Fr 9.30-13, 14-18, Do bis 20 Uhr, www.kotoi.com


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