VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

... berichtete A. Thurnher von Walter Froewys' Ausstellung "I steh auf Wien".

Vor fast zehn Jahren kam Froewys aus Bregenz nach Wien, um an der Akademie Kunst zu studieren, und bezog in der Wehrgasse eine Dachkammer. Hausbesitzer: ein Dornbirner (dieses Vorarlberger Zusammengehörigkeitsgefühl!). Und jedes Mal, wenn er aus dem Fenster blickte, sah er das dreieckige Haus, einst angeblich Lustschlösschen Fanny Elßlers, früher bewohnt von einer Naschmarkttandlerin, dann, nach deren Pensionierung, nur noch als Rumpelkammer benützt und dem Verfall preisgegeben. Heute wohnt Froewys mit Lebensgefährtin und Kind im Dreieckshaus; der Garten ist wieder erblüht, für alle Mieter geöffnet und das Gartenhaus instand gesetzt. In seiner näheren Umgebung hat er grafisch dokumentiert, was ihm erhaltenswert erscheint. Es geht ihm ums Unspektakuläre, ums Unscheinbare, um eine Ästhetik des Alltäglichen. Tagelang marschiert er durch Wien, um seine Abbruchdokumentation zu zeichnen, das sind Grafiken und Bilder erhaltenswerter Objekte, die offensichtlich dem Verfall preisgegeben werden sollen. Froewys will nicht zur zeichnen, er will auch bei Renovierungen Hand anlegen.


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