Böse und Nette

Vorwort | ISOLDE CHARIM | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

KOMMENTAR. Schüssels Leistung ist sein Sieg im Interpretationskampf um die Ereignisse der letzten zwei Jahre. 

Seit dem Zerbrechen der Regierungskoalition kann man ein widersprüchliches Phänomen beobachten: das Schmähen der Kritiker von Schwarz-Blau bei gleichzeitiger Übernahme ihrer Inhalte. Was diese über die FPÖ sagten, ist nun Common Sense geworden. Bürgerliche Kommentatoren sprechen etwa von einer "verzopft nationalen Partei" (Kurier). Sogar die ÖVP teilt die Meinung ihrer Kritiker: Wolfgang Schüssel ist "entsetzt" und schließt eine Regierungsarbeit mit der "Knittelfelder FPÖ" aus. Eine Koalition mit den Stadlers gilt nicht als legitime Verbindung. Und Grasser begründet damit sogar seinen Seitenwechsel: Die Knittelfelder FPÖ sei nicht seine Partei. Diese sei eine "wieder total verhaiderte FPÖ" (Kurier), von deren "braunem Makel" sich der Finanzminister reinzuwaschen versuche (Standard).

  Aber auch die "Coolen" überraschen. "Haider und seine Bewegung (haben) sich


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