Wahl in der Zelle

Politik | THOMAS PRLIC | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

WAHLEN. Ganz Österreich wählt. Nur einigen wenigen ist es verboten. Strafhäftlinge dürfen nicht über ihre Volksvertreter mitbestimmen. Untersuchungshäftlinge wollen es meist nicht. 

Keine Slogans, keine Plakate, keine Flyer. Wahlwerbung hat in der Justizvollzugsanstalt Josefstadt keinen Platz. Dafür können sich die Häftlinge mittels Fernsehen, Radio und Zeitungen über die Ereignisse vor der bevorstehenden Nationalratswahl informieren - wenn sie nicht ohnehin andere Sorgen haben. "Ich bin seit zwanzig Jahren im Strafvollzug tätig", sagt Peter Prechtl, der das Graue Haus in der Wickenburggasse seit wenigen Wochen leitet, "aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mit einem Gefangenen je über Politik geredet hätte."

  Ganz Österreich wählt. Nur einige wenige dürfen es nicht. Häftlinge, die unbedingte Gefängnisstrafen von über einem Jahr absitzen, dürfen in Österreich nicht entscheiden, wer ihre Volksvertreter sein sollen. Untersuchungshäftlinge, die bis zu einer eventuellen


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