Kommentar: Der beste Staatssekretär dieses Planeten

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

Die Sensationsmeldung wäre im Wahlkampfgetöse fast untergegangen: Mit 108,8 Millionen Euro hat Kunststaatssekretär Franz Morak das Kulturbudget des Jahres 2001 um dreißig Millionen gegenüber dem Vorjahr erhöhen können. Fast vierzig Prozent mehr in Zeiten von Nulldefizit und Sparbudgets - ein sensationeller Erfolg schwarz-blauer Kulturpolitik (siehe dazu auch den Artikel auf Seite 68)! Man muss freilich wissen, dass es sich hierbei nicht um Gelder aus dem jährlichen Kulturbudget, sondern um einmalige Sonderfinanzierungen handelt: Die dreißig Millionen wurden zu über neunzig Prozent für die Kulturhauptstadt Graz (14,535 Millionen Euro), für den Umbau des Kleinen Festspielhauses (9,447 Mio.) und den Ausbau des Musikvereins (3,634 Mio.) ausgegeben.

Aber wurscht; wenns fett Kohle für die Kultur gibt, soll man das dankbar annehmen und jetzt auch gar nicht blöd an großzügigen Event- und Hochkulturfinanzierungen herummäkeln, während die Budgets anderer Institutionen in den blau-schwarzen


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