Virtuose des Eigenlobs

Kultur | MATTHIAS DUSINI, WOLFGANG KRALICEK und KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

KULTURPOLITIK. Die blau-schwarze Regierung hat keine kulturpolitische Wende vollzogen. Sparkurs, Intransparenz und Willkürakte zeichnen ein Bild, das mit der Eigenpropaganda des Kunststaatssekretariats wenig zu tun hat. 

Eigentlich hätte es eine Art "Expertengespräch" unter Ausstellungsmachern, Architekten und Politikern werden sollen, aber dann war vergangenen Freitag im Künstlerhaus doch Wahlkampf. Der ehemalige Zweite Nationalratspräsident und ÖVP-Klubobmann Heinrich Neisser bedachte seinen Parteikollegen, Kunststaatssekretär Franz Morak, mit hintersinnigem Lob: "Jeder, der befürchtet hat, dass der große Mime und Popbarde seine Schauspielerei fortsetzen wird, war enttäuscht."

  Aus einem, der nur so tut, als ob, ist dann doch ein Politiker geworden, der sagt, was Sache ist. Das tat Morak denn auch, indem er die Verdienste der eigenen Regierungsarbeit herausstrich. Die im November 2001 in Schanghai gezeigte und mit 508.710 Euro subventionierte Schau "Austrian Contemporary


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