STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

Zwei Filme erzählen diese Woche von Männern, die lieber daheim bleiben wollen als auszuziehen und das Fürchten zu lernen. "Elling" heißt der erste (Regie: Petter Naess), nach seiner Hauptfigur, die von der Polizei aus dem Kleiderschrank der verstorbenen Mutter gezerrt und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden muss. - So weit, so sonderbar. Spätestens dann, wenn Elling (Per Christian Ellefsen) allerdings beschließt, vom Privileg des voice over verstärkten Gebrauch zu machen, verliert die Figur an Reiz. Bald schon haben wir ihre Kaspar-Hauser-Allüren satt, und auch der Versuch der Kamera, das Ihre zur Konstruktion von Schrägheit beizutragen, indem sie gezielt schiefe Perspektiven sucht oder wie seekrank hin und her pendelt, wirkt kapriziert. In der zweiten Hälfte des Films wird mit Volldampf therapiert: Dazu findet sich das neurotische Muttersöhnchen mit dem sanften Hünen Kjell Bjarne (Sven Nordin) in einer vom norwegischen Staat betreuten Wohngemeinschaft vereint.


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