SPIELPLAN

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

Die Polin Pola Machczynski versteckte während des Zweiten Weltkriegs im Keller ihres Hauses 25 Juden. Sie wurde verraten und von einem Polizisten des berüchtigten Bataillons 101 ("Hitlers willige Vollstrecker") hingerichtet. Die polnische Schriftstellerin Hanna Krall hat die Geschichte in der Erzählung "Pola" (1998) verarbeitet, die von Eva Brenner nun dramatisiert wurde. Im kleinen, weiß gestrichenen Projekt Theater Studio, wo alles "Labor!" schreit, geht vor maximal 16 Zuschauern, die mit dem Rücken zur Bühne sitzen, eine Performance in Szene, die wie eine Parodie auf experimentelles Theater aussieht. Fünf "PerformerInnen" bewegen sich nach den strengen Geh-Regeln aus Becketts TV-Spiel "Quadrat" (was in diesem Zusammenhang laut Programmheft als "Konfiguration eines KZ-Appellplatzes" zu deuten ist) und sprechen eine gekürzte Fassung des Krall-Textes, in der dessen verrückte Pointe (der Soldat, der Pola schließlich erschießen musste, war in sie verliebt) nur zu erahnen ist. Ein


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