AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 47/02 vom 20.11.2002

Poetry-Slams sind ein literarisches Phänomen, das seit ein paar Jahren das Klischee einer literaturfaulen jungen Generation ad absurdum führt. Im deutschsprachigen Raum eingeführt haben das in den USA kreierte Format, bei dem etwa sechs Schriftsteller pro Abend jeweils zehn Minuten lang um die Gunst des Publikums wetteifern, Ko Bylanzky und Rayl Patzak aus München. Was als Insider-Kuriosum des Undergrounds begann, ist heute eine massenkompatible Szenebewegung mit Meisterschaften auf lokaler und internationaler Ebene. Die Geschichte und die Idee hinter dem Universum Poetry Slam, vor allem aber das Regelwerk, beschreiben Bylanzky und Patzak in einem längst überfälligen Buch; überfällig deshalb, weil in "Planet Slam" endlich klar wird, dass für eine Performance gestrickte Texte in gedruckter Form oft nur bedingt lesenswert sind.

  Schmökert man im Buch eines Slamers, zum Beispiel in "Das traurige Ende des Märchenkönigs" von Jaromir Konecny, ohne vorher erlebt zu haben, wie der


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