Österreich, wie es ist

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Warum Schüssel wirklich gewählt wurde und warum Schwarz-Rot nur für alte Männer gut wäre. 

So kann man sich täuschen. Dass ich meine Verblüffung über das Ausmaß des ÖVP-Wahlsiegs mit vielen teile, tröstet mich nicht. Wolfgang Schüssel hat die Wahl haushoch gewonnen. Er hat die ÖVP wieder zu jener Staatspartei gemacht, die sie zuletzt in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts war. Seine Zähigkeit, Klugheit und Standfestigkeit nötigen auch politischen Gegnern und Kritikern Respekt ab. Außerdem, wir sagten es bereits, macht nichts erfolgreicher als der Erfolg.

  Allerdings hat Schüssels Erfolg zwei bedauerliche Nebenwirkungen. Erstens gibt es in Österreich - anders als erhofft und von "Meinungsforschern" vorgegaukelt - nach wie vor keine Mehrheit links der Mitte. Kreisky erzielte vor knapp über dreißig Jahren seine sozialdemokratische absolute Mehrheit, indem er den Rechten, inklusive der alten Nazis, das Angebot machte, "ein Stück des

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