Ein Land sieht schwarz

Politik | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

ÖVP. Wolfgang Schüssel und sein "bewährtes Team" werden mit satten 42 Prozent der Stimmen das Land regieren. Wird die ÖVP mit diesem Votum demütig umgehen? Oder doch in einen hemmungslosen Machtrausch verfallen?

Dem einst jahrelang gedemütigten Altobmann liefen vor Freude die Tränen über die Wangen. Die stets loyale Generalsekretärin bedankte sich übers Mikro beim Kanzler und beim lieben Gott. Der Kunststaatssekretär deklamierte, als stünde er noch immer auf der Burgtheater-Bühne: "Es äst ein schwarrrzer Sonntag! Und das äst gut so!" Skandierende Bauernbündler schwenkten begeistert ihre Fahnen. Bereits ergraute Bezirksräte fielen einander herzend in die Arme. Cartellbrüder in voller Montur prosteten sich grölend mit Bierkrügen zu. Die Parteijugend in ihren signalgelben Jacken kreischte und klatschte begeistert den großen Sieger ein.

  Wolfgang Schüssel brachte die tobende Menge im Festzelt vor der ÖVP-Zentrale in der Liechtenfelsgasse trotzdem für einige Sekunden


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