ROTE PERSONALDEBATTEN: "Nur über meine Leiche"

Politik | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

Die Frau muss ihn kennen. "Auf'geben hat er noch nie", sagte Gertrude Gusenbauer Sonntagabend über ihren Sohn, als sich dieser noch in seiner Wohnung in Neubau verkroch und nicht und nicht in der Parteizentrale hinter dem Burgtheater auftauchte: "Er is a Kämpfernatur." Trotzdem bot der SPÖ-Chef dem Parteipräsidium am nächsten Morgen seinen Rücktritt an - wie man das eben so macht, wenn man sein Wahlziel verfehlt: "Wenn ihr findet, ihr wollt eine andere Person an der Spitze, dann klären wir das gleich", sagte er am Beginn der Sitzung. Als Erster sprach Langzeitvize Heinz Fischer Gusenbauer das Vertrauen aus, dann folgten die anderen Genossen.

  Schließlich hatte der mächtigste Rote, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, schon am Wahlabend jede Personaldebatte abgewürgt - schnell und gründlich, weil genau diese Diskussion gerade am Ausbrechen war. "Wer Gusenbauer ablösen will, muss sich zuerst mit mir anlegen", hatte Häupl am Nachmittag gedroht. Am frühen Abend war er noch


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