"Ich bin schockiert"

Politik | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

Kultusgemeinde. Auch Wiens jüdische Gemeinde hat am Sonntag ihre Vertretung gewählt. Ariel Muzicant heißt der Triumphator. 

Im zweiten Stock des Gebäudes mit den langen Gängen sitzt - jenseits der Sicherheitsschleusen und Durchleuchtungsgeräte - ein Mann im Freudentaumel. Draußen vor den Fenstern die anbrechende Nacht und ein Land, das seinen Willen kundgetan hat. Drinnen im Haus, hell erleuchtet ist alles, herrscht eine verhaltene Stimmung vor.

  Der 24. November stand als Termin für die Neuwahl des Wiener Kultusvorstands bereits lange fest. Da beschloss der Nationalrat, just am 24. November auch Neuwahlen abzuhalten - die kleine Wahl der jüdischen Wiener Gemeinde ging im Getöse der großen Wahl vollends unter.

  Abgeschottet vom Rest der Stadt, bewacht von jungen Männern in dunklen Anzügen mit ausgebuchteten Sakkos, feiert nun der alte und neue Präsident der größten Israelitischen Kultusgemeinde Österreichs (IKG), Ariel Muzicant, seinen Wahltriumph. Fast vierzig Prozent


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