Kommentar Fall RSO: Es war einmal ein Kulturauftrag

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

Der Rundfunk hat der geistigen Verprovinzialisierung Österreichs entgegenzutreten. Sagte einst ORF-Hörfunkintendant Gerd Bacher. Schnee von vorgestern, zumindest was das musikalische Engagement des ORF angeht. Derzeit ist der öffentlich-rechtliche Sender drauf und dran, nicht nur sein internationales Renommee in Sachen zeitgenössischer Musik zu verspielen, sondern auch große Teile der österreichischen Musikszene mit in die provinzielle Bedeutungslosigkeit zu reißen.

Das ORF-eigene Radio Sinfonieorchester Wien (RSO) soll, aus Spargründen, ausgelagert und in eine GmbH umgewandelt werden (siehe Falter 42/02). Was sich in Zeiten staatlicher Rundumprivatisierung wenn schon nicht harmlos, so doch nur wie der lästige, aber unabänderliche Normalfall liest, ist tatsächlich eine der größten Gefahren, der das Musikleben des Landes seit langem ausgesetzt war - auch wenn sich das wiederum etwas pathetisch lesen mag. Denn die Rolle des RSO für das "Musikland Österreich" ist kaum zu unterschätzen:

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