Visionen statt Verve

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

MUSIK. Auch zu seinem Wiener Konzert nimmt Richard Ashcroft die Geister der Pioniere und die Beach Boys mit - in seinem Kopf und auf Festplatte. 

Ein britisches Sommerfestival im Jahre 1995. Auf der Bühne ein bloßfüßiger Richard Ashcroft, Sänger der nordenglischen Rockband The Verve, händeringend, sein Publikum beschwörend: "Come on, come on, come on." Eine Hälfte der Lautsprecheranlage setzt aus, springt wieder an; die Band, verloren in den groovig-psychedelischen Sounds, die makellos aus den Monitorboxen tönen, merkt nichts von den technischen Defekten, und es macht in Wahrheit auch kaum einen Unterschied, denn alle Augen haften ohnehin an diesem manischen Sänger, der hier entweder ein bisschen Popgeschichte schreibt oder sich vollkommen lächerlich macht. Genau in diesem heiklen Zwiespalt liegt ja auch der Reiz.

  Als Richard Ashcroft heuer - gute sieben Jahre, ein sehr erfolgreiches Verve- und ein weithin unterschätztes Soloalbum später - im Londoner Astoria die Songs


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