Von Menschen und Mäusen

GERHARD MIDDING | Kultur | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

FILM. Die Filme des 76-jährigen Shohei Imamura handeln von Deklassierten oder widmen sich Tabuthemen wie Inzest und Pornographie. Das Filmmuseum zeigt das Gesamtwerk des noch viel zu wenig bekannten japanischen Regisseurs. 

Die französische Regisseurin Catherine Breillat ("Romance") hatte vor ein, zwei Jahren eine merkwürdige Begegnung mit ihm. Im Auftrag der Zeitschrift Positif wollte sie den alten Meister in Tokio interviewen. Der Wagemut seines letzten Films, "Akai Hashi no Shita no Nurui Mizu" ("Warmes Wasser unter der roten Brücke"), hatte sie stark beeindruckt. Welcher andere Filmemacher würde sich zutrauen, eine Geschichte von solch drastischer, grotesker Konkretion zu erzählen: von einer jungen Frau, die beim Orgasmus gewaltige Wasserfontänen verspritzt? Breillat pries die jugendliche Frische und Heiterkeit dieses Spätwerks, den zärtlichen Blick ihres japanischen Kollegen, der den Sex in etwas Magisches, Heilsames verwandelt. Aber der entgegnete ihr: "Der Film hat doch

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