Jugend forscht

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

THEATER. Das junge Burgtheater sieht ganz schön alt aus: "Krankheit der Jugend" im Kasino. 

Besorgte Erziehungsberechtigte und konservative Politiker haben es immer schon geahnt: Wenn Studenten nicht studieren, kommen sie auf dumme Gedanken. Langzeitstudent Freder zum Beispiel (zwanzigstes Semester!) hat schon vormittags eine Fahne und vertreibt sich die Zeit ansonsten mit zynischen Menschenexperimenten: Das Dienstmädchen Lucy hat er zuerst sexuell gefügig gemacht, dann zum Diebstahl angestiftet und schließlich auf den Strich geschickt. Die hoch begabte Desiree wiederum absolviert zwar die schwierigsten Anatomieprüfungen mit Auszeichnung, ohne sich dafür sonderlich anstrengen zu müssen - und trotzdem redet sie nur vom Sterben. Vorher aber möchte sie, wenns geht, noch ihre Zimmernachbarin Marie verführen, die gerade in Rekordzeit promoviert und ihren Freund Petrell an die Streberin Irene verloren hat.

  Das 1923 geschriebene Schauspiel "Krankheit der Jugend" vom Wiener Dramatiker


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