ARMUT IM MUSEUM: Kein Voyeurismus

Stadtleben | aus FALTER 48/02 vom 27.11.2002

Im Vordergrund jubeln die armen Waisenkinder über die milden Gaben, ein paar Kleine heulen vor lauter Dankbarkeit, dahinter stehen die wohlhabenden Bürger und schauen etwas betreten und herablassend auf die Armen herab : Dieses Ferdinand-Georg-Waldmüller-Gemälde aus dem Jahr 1857 zeigt die Kluft zwischen Armut und Reichtum, das Unangenehm-Berührtsein der Gesellschaft, wenn sie mit ihren Randgruppen konfrontiert wird, recht anschaulich. Mit Exponaten wie diesem will jetzt die Sonderausstellung "Armut" im Historischen Museum ein Tabuthema zum Ausstellungsinhalt machen: mit historischen und zeitgenössischen Bildern, Fotoserien, Plakaten und Texten. Eine Ausstellung als Gratwanderung zwischen professionell distanzierter Abbildung menschlichen Elends und emotionalen Appellen an den Besucher - Voyeure und Anhänger des Sozialpornos werden in der Sonderschau nicht bedient, das Klischeebild vom Armen wird weitgehend vermieden.

  Die künstlerische Darstellung von Armut ist kaum mehr als


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