Rot braucht Blau

Vorwort | ALEXANDER POLLAK | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

KOMMENTAR. Über die gemeinsamen Interessen von SPÖ und FPÖ. Eine Antwort auf Armin Thurnhers Absage an Schwarz-Rot. 

Armin Thurnher schreibt im letzten Falter, dass niemand Schwarz-Rot brauche, außer den Feinden der Sozialdemokratie und dem Jörg-Haider-Wiederbelebungsverein. Thurnher irrt. Er irrt vor allem deshalb, weil der von ihm angenommene Gegensatz zwischen österreichischer Sozialdemokratie und einem Haider-Wiederbelebungsverein nicht zutrifft. Das Gegenteil ist der Fall.

  Machen wir einen kurzen Blick zurück: Der letzte wirkliche Wahlerfolg der SPÖ auf Bundesebene datiert aus dem Jahr 1995. Damals verkaufte sich Vranitzky als der Garant für Stabilität und gegen die Machtergreifung der Haider-FPÖ. Ein Großteil derjenigen, die gegen die FPÖ votieren wollten, gaben den Sozialdemokraten ihre Stimme, die SPÖ landete mit klaren zehn Prozentpunkten Vorsprung vor der ÖVP. Vier Jahre danach, 1999, war unter Viktor Klima die Anti-Haider-Ansage der SPÖ bereits deutlich leiser


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