WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

WAS WAR

Korruptionsprozess Am Montag setzte das Wiener Landesgericht den brisanten Korruptionsprozess gegen führende Beamte der Wiener Polizei fort. Wie der Falter berichtete, wurden drei Fahnder des Innenministeriums angeklagt, mit einem vermeintlichen Paten der polnischen Mafia, der zugleich Vertrauensmann der Polizei war, gemeinsame Sache gemacht zu haben. Farid Rifaat, Anwalt der Beamten, sprach vom "größten Polizeiskandal der Republik". Zwei Beamte wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Der dritte Beamte, Josef B., kämpft vor Gericht um seine Unschuld. Das Kuriose: Josef B. hatte sich monatelang verkabelt und jedes Gespräch heimlich aufgezeichnet. Angeblich auch solche mit hohen Polizisten. Ein Urteil wird Mitte Dezember erwartet.

WAS KOMMT

FPÖ-Mandat wandert zu den Grünen Seit Montag, mit der Auszählung der Wahlkarten, ist das Ergebnis der Nationalratswahl fix. Gewinner sind die Grünen, deren Ergebnis sich durch die Briefwähler um 0,51 Prozentpunkte auf 9,47 Prozent verbessert hat. Damit haben die Ökos den Freiheitlichen doch noch ein Mandat abgeluchst. Durch den neuen Mandatsstand im Parlament stellt die ÖVP nun 79 Abegordnete, die SPÖ 69, die FPÖ hat 18 Madatare, die Grünen 17.

WAS FEHLT

Grüner Nachwuchs Die Abgeordneten sind in etwa doppelt so alt wie ihre Wähler: Während die Grünen bei den Wahlen unter den Twens groß abräumten, kommt der Parlamentsklub auf ein stolzes Durchschnittsalter von 45 Jahren. Sämtliche - oft lang gediente - Mandatare aus der Vorjahresmannschaft behielten ihren Sitz, die drei neuen Verstärkungen Sabine Mandak, Heidi Rest-Hinterseer und Michaela Sburny sind auch schon in den Vierzigern. Ein Grund: Wer bei den Grünen Karriere machen will, muss sich erst jahrelang nach oben dienen, Quereinsteiger fassen wegen der skeptischen Parteibasis kaum Fuß. "In gewisser Hinsicht sind wir die fremdenfeindlichste aller Parteien", sagt ein Wiener Grüner.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige