HERO DER WOCHE: D. Böhmdorfer

Politik | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Dieter Böhmdorfer hat das Ansehen der Justiz in den letzten Jahren nicht unbedingt verbessert. Seine Abneigung gegen Kritiker, sein offensives Eintreten für Jörg Haider in der Spitzelaffäre und seine Maulkorberlässe sind bekannt. Doch nun hat der Justizminister eine Entscheidung getroffen, vor der man den Hut ziehen muss. Böhmdorfer hat den politisch bedeutsamen Posten des Leiters der Wiener Oberstaatsanwaltschaft neu besetzt. Er hat dabei aber keinen blauen Parteifreund ausgesucht, sondern einen engagierten Linken, der als heftiger Kritiker eines rein repressiven Strafrechts gilt. Werner Pleischl, der neue Chef der Ankläger, ist geistiger Vater des -  von der FPÖ wild attackierten - "außergerichtlichen Tatausgleiches". Dieses Konzept ("Buße statt Vorstrafe") wird von der Strafjustiz gerne verschmäht. Mit Pleischl setzt Böhmdorfer ein liberales Signal. Konservative Strafrechtler können sich nun warm anziehen.


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