Biedermann & Friedensstifter

EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | Politik | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

SCHWARZ-GRÜN. Die Schwarzen schleimen sich bei den Grünen ein, aber die Ökos wollen - vorerst - nicht einmal verhandeln. Eine vergebene Chance? Wie sexy wäre Schwarz-Grün?

Zehntausend Einwohner, viele adrette Einfamilienhäuser, zwei Durchzugsstraßen, die Kirche größer als der Hauptplatz. Götzis ist ein stinknormales, langweiliges Kaff in Vorarlberg. Fast. Denn die Wahlen haben den Ort plötzlich interessant gemacht: Der Moderator der TV-Duelle, Elmar Oberhauser, lebt am Hügel über Götzis. Und eine Koalitionsform, die der 24. November plötzlich rechnerisch möglich gemacht hat, wurde hier im Kleinen schon erprobt: Schwarz-Grün.

  Von 1990 bis 2000 regierten Konservative und Ökos Götzis in trauter Eintracht. Mit Erfolg: Heute ist die Südmauer des Gemeindesaales mit Solarzellen verkleidet, jede halbe Stunde tingelt ein Bus durch die Gemeinde, Betriebe lassen sich regelmäßig ökologisch beraten. Wer einen Fahrradanhänger kauft, bekommt siebzig Euro geschenkt. Biolandbau

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