WIENZEUG

Politik | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Zehn Jahre SOS Mitmensch Begonnen hat alles im Herbst 1992 in der Villa André Hellers: Eine Gruppe von Journalisten, Künstlern und Intellektuellen gründete die Plattform SOS Mitmensch, um gegen das Ausländervolksbegehren der FPÖ zu mobilisieren - was mit dem "Lichtermeer" eindrucksvoll gelang. 250.000 Menschen demonstrierten in der Wiener Innenstadt mit Kerzen und Fackeln in der Hand gegen Fremdenfeindlichkeit. Auch im Fenster des damaligen SPÖ-Innenministers Franz Löschnak flackerte ein Lichtlein; die Fremdengesetze verschärften Löschnak und seine Nachfolger dann trotzdem. Trotz der Kritik an dieser Politik versuchte SOS Mitmensch mit der Regierung zu kooperieren und lief dabei immer wieder Gefahr, sich vereinnahmen zu lassen. Zehn Jahre danach sieht die Lage deshalb nicht nur erfreulich aus: Den Rechtsruck in der Republik konnte die Plattform nicht verhindern, immerhin mauserte sie sich aber zu einer wichtigen Lobby von Ausländern, Flüchtlingen und Armen. Auch von den gegen

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