Kommentar: Österreich als Wille und Vorstellung

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Nach den Wahlen wissen es dann alle besser, obwohl sie es auch vor den Wahlen schon gewusst haben. Nur anders eben. In der Wahlwochenendausgabe des Standard etwa haben Michael Köhlmeier, Robert Menasse und Robert Schindel einen offenen Brief "an alle, die am 23. und 25. November Grün wählen würden" geschrieben und diese dazu aufgefordert, das auch am 24. November in der Wahlzelle zu tun, damit die SPÖ von starken Grünen in eine rot-grüne Koalition gezwungen werden kann. Dass jemand SPÖ wählt, um einen Wahlsieg Schüssels zu verhindern, kam ihnen nicht in den Sinn. Nach der Wahl dann war Menasse in der Presse doch ganz zufrieden mit dem "eindeutigen" Wählerauftrag für Schwarz-Blau und befand: "Der Vorteil dieses Wahlausgangs ist, dass die Option Rot-Grün erhalten bleibt. Das wäre nicht der Fall gewesen, wäre es zu einer großen Koalition, zum Rückfall in die Vor-Wende-Zeit gekommen." Ein anderer veritabler Österreich-Denker, Rudolf Burger, war noch zufriedener mit der Wahl


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