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ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

KAFKAS LEBEN. Reiner Stach entsorgt in seiner neuen Kafka-Biografie sämtliche Mythen rund um den Prager Schriftsteller. Mit dem "Falter" sprach er über dessen Durchschnitts-Romanfiguren und Intimitätsschranken und verriet auch die Fragen, die er Kafka gerne stellen würde. 

"Wir graben den Schacht von Babel." Schrieb Franz Kafka (1883-1924) über sich selbst. Robert Musil, der als einer der Ersten Kafkas Genialität erkannte, attestierte dessen Texten "große künstlerische Herrschaft" und eine "freundliche Sanftheit wie in den Stunden eines Selbstmörders zwischen Entschluss und Tat". Musil tat das noch in Unkenntnis von Kafkas Person, ebenso wie Walter Benjamin, der Kafka "im Futter des Nichts die Erlösung" erbeuten sah.

  Reiner Stach, 1951 in Sachsen geboren, nach dem Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Mathematik lange Zeit Wissenschaftslektor diverser Verlage, Verfasser einer Monographie ("Kafkas erotischer Mythos", 1987) und Gestalter der Ausstellung "Kafkas

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