AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Der vielleicht auffälligste Trend des deutschsprachigen Buchmarkts 2002 war die Wiederentdeckung der (Auto-)Biografie. Selten zuvor erschienen hierzulande so viele neue Lebensdarstellungen wie heuer, selten waren sie so prominent in den Bestenlisten vertreten - von der minutiösen Beamtenbiografie Franz Kafkas bis zu Dieter Bohlens Silikon-Memoiren. Im angloamerikanischen Sprachraum oder in Frankreich indes genießt das Genre traditionell große Popularität, was dafür sorgt, dass der weltweite Buchmarkt nach Schätzungen mit rund 10.000 Lebensbeschreibungen pro Jahr überschwemmt wird. Neben solchen empirischen Fakten finden sich im Sammelband "Grundlagen der Biographik", der vom jungen deutschen Germanisten Christian Klein herausgegeben wurde, aber vor allem etliche inspirierende theoretische Erwägungen zum Genre, das in der deutschsprachigen akademischen Welt lange Zeit als verpönt galt. Was wohl auch daran liegt, dass die Biografie "ein Opfer ihres Publikumserfolgs" war und ist,


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