Nestroy des Ständestaats

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

POLITISCHE LITERATUR. Vor neunzig Jahren wurde der Wiener Schriftsteller, Dramatiker und Journalist Jura Soyfer geboren. Sein Werk, das zum Geburtstag neu aufgelegt wurde, ist ein umfangreicher Torso. 

Die Kurzfassung der Geschichte ist auf einem Grabstein eines jüdischen Friedhofs in Staten Island zu lesen: "Our beloved son and dear brother Juri Soyfer - died Feb. 16 1939, age 26." Die Flucht nach Amerika war Juri Soyfer, der sich Jura nannte, nicht mehr lebend gelungen: Das Visum lag bereit, die Entlassungspapiere waren unterzeichnet, als der 26-jährige Schriftsteller am 16. Februar 1939 in der Krankenbaracke des KZ Buchenwald einer Typhusinfektion erlag. Den kurz vorher in die USA emigrierten Eltern wurde die Asche nachgeschickt.

  Die ungekürzte Version der Geschichte ist vier Bände mit insgesamt fast 1300 Seiten lang: Zu Jura Soyfers neunzigstem Geburtstag hat der Deuticke Verlag eine Werkausgabe herausgebracht. Die vom Soyfer-Spezialisten Horst Jarka herausgegebene Edition

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