"Neues vom Tapezierer?"

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

VERGESSENE BIOGRAFIE. "Kein Land des Lächelns" erinnert daran, wie stark der Librettist Fritz Löhner-Beda die Populärkultur der Zwischenkriegszeit prägte. 

Personalien, Beruf? "Librettist, Journalist, Zionist, Kapitalist." Zuständigkeit? "Land des Lächelns." Politischer Bezirk? "Neues Wiener Journal." So charakterisieren Jura Soyfer und Hans Weigel in einem Mitte der Zwanzigerjahre entstandenen Sketch ihren berühmten Kollegen: Fritz Löhner-Beda - geboren anno 1883 in der westböhmischen Provinz und im Dezember 1942 in Buna, einem Nebenlager von Auschwitz, ermordet.

  Gemessen an seiner einstigen Popularität darf man Löhner-Beda wohl als "Vergessenen" selbst unter den Vergessenen bezeichnen. Er hat, wie kaum ein anderer, die österreichische Populärkultur der Zwischenkriegszeit geprägt: die Operette, den Schlager, das Kabarett, ja, als Mitbegründer der Hakoah sogar die heimische Fußballgeschichte - eine Persönlichkeit also, die Stoff für gleich mehrere Bücher hergibt.


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