Zum Kampf verdammt

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Anti-Kolonialismus. Eine neue Biografie analysiert Leben und Werk des französischen Arztes Frantz Fanon, dessen Revolutionstheorien das 20. Jahrhundert prägten. 

Man erzählt seine Vergangenheit nicht, man legt Zeugnis über sie ab", erklärte der Psychiater und Theoretiker Frantz Fanon einmal einem Freund. An dieses Prinzip hielt er sich auch gegenüber Jean Paul Sartre, dessen Fragen nach Details aus seinem Leben er als oberflächlich zurückwies. Sartre verfasste 1961 das Vorwort zu Fanons berühmtestem Buch "Die Verdammten dieser Erde". Das antikolonialistische, vor dem Hintergrund des algerischen Befreiungskampfes verfasste Manifest prägte Che Guevara genauso wie Malcolm X und wurde zum Schlüsseltext militanter Bewegungen von der Black Panther Party bis zur RAF.

  Die Psychiaterin Alice Cherki lernte Fanon 1953 als Ärztin in einer algerischen Klinik kennen. Ihr "Porträt" stellt weder eine klassische Biografie noch die literarische Aufarbeitung einer Freundschaft dar. Seiner


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