Lärmendes London

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

STADTBIOGRAFIE. Peter Ackroyds Biografie der Stadt London ist eine brillante Kulturgeschichte der Außenseiter und Einwanderer. 

Wie war er, wie war sie, wie war es wirklich? Nichts weniger als diese Fragen will man von einer Biografie beantwortet haben. Ein Biograf soll Klarheit in das Leben einer fremden Person bringen. Im Normalfall wird deshalb selbst der unergründlichste Lebenslauf in chronologische Portionen gezwängt und von der Wiege bis zur Bahre nacherzählt. Aber wie, um alles in der Welt, soll die wahre Geschichte einer Millionenstadt wie London erzählt werden?

  Gar nicht, meint Peter Ackroyd, Autor des Buches "London. Die Biografie". Biografien sind - laut Ackroyd - Erfindungen von Wahrheit, Mutmaßungen, angestellt auf der Basis vorgefundener Informationen, die immer fragmentarisch bleiben werden. Für seine ausschweifenden Erfindungen hat sich der Autor auf eine Schnitzeljagd durch 2000 Jahre Stadtgeschichte begeben. Die Fundstücke, Beobachtungen und Anekdoten aus seiner


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