Elefant im Waffenladen

MICHAEL LOEBENSTEIN | Kultur | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

FILM. Michael Moore, der große Populist des USDokumentarfilms, geht der Waffenliebe seiner Landsleute auf den Grund. 

Dass Menschen eine Bankfiliale bewaffnet heimsuchen, ist illegal, kommt aber gar nicht so selten vor; dass man, umgekehrt, ein Kreditinstitut mit dem Sparbüchl in der Tasche betritt, um es, ganz legal, mit einem halbautomatischen Gewehr im Arm zu verlassen, ist dann aber doch reichlich seltsam. Nichtsdestotrotz kommt es vor - und markiert den ersten Schenkelklopfer in Michael Moores Doku-Polemik "Bowling for Columbine": Der Filmemacher stellt eine Bank in seinem Heimatstaat Michigan vor, die jedem Kunden zur Kontoeröffnung ein Gewehr seiner Wahl schenkt. Degustiert wird direkt am Schalter, die Knarre selbst wird prompt vom servilen Personal ausgehändigt.

  "Bowling for Columbine" beginnt als Tour de Force aus absurden Interviewszenen, brüllend-komischer Found-Footage und paradoxen statistischen Fakten aus dem Off: Woher rührt die Leidenschaft der US-Amerikaner für

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