STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Ein britischer Kleinstadt-Nerd, milchgesichtig und kontaktarm, bestellt sich eine Russin aus dem Internet. Nadja heißt sie, spricht angeblich fließend Englisch, ist kultiviert und Nichtraucherin. Die Frau, die er am Flughafen abholt, ist allerdings das lebende Gegenteil dieser Tugenden: raucht Kette, muss während der Autofahrt aus dem Fenster kotzen und nickt lächelnd auf die Frage "Am I a giraffe?". "Birthday Girl - Braut auf Bestellung", lautet der Titel dieser Romantic Comedy (Buch, Regie: Jez & Tom Butterworth), die immerhin charmant beginnt, um sich mit dem Auftauchen zweier russischer Ganoven zum Thriller zu wandeln, der bis zum forcierten Happy End eher öde bleibt.

  Mehr gäbe es nicht zu sagen über diesen Film, wäre da nicht der Schildbürgerstreich seiner Entstehung. Die britischen Butterworth-Brüder haben es wohl ihrem spekulativen Gangsterfilm "Mojo" (1997) zu verdanken, dass sich die große Miramax, "Arthouse"-Ableger von Disney, bereit erklärte, ihr neues Projekt

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