Zwölf Ohrfeigen

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

FILM. Mit ungeheurer Lebendigkeit und Sorgfalt dokumentiert "Être et avoir" den Alltag einer französischen Dorfschule: spannend bis zur letzten Minute. 

Frühmorgens geht es los. Halb im Schlaf, noch von den Traumresten der allzu kurzen Nacht umfangen, kraxeln die Kinder in den Kleinbus. Eins nach dem andern steigt zu, doch mitunter scheinen viele Kilometer zwischen den einzelnen Stopps zu liegen. Schließlich ist die Anzahl der Fahrgäste komplett und der Schulbus braust durch die Morgendämmerung seinem Ziel entgegen. Draußen: tiefverschneite Landschaft; im Innern: das Geräusch von aufgewirbeltem Rollsplitt, der gegen den Unterboden des Fahrzeugs schlägt.

  Nicolas Philiberts "Être et avoir" ("Sein und Haben"), eine Dokumentation über eine kleine Dorfschule im französischen Zentralmassiv, beginnt wie ein Actionreißer; nicht die Monotonie des schulischen Alltags, sondern die Erfahrungen des Kindseins, die Geheimnisse und Wunder des Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernens, bilden


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