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KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Mein Traum war es, alle Kontrabassisten in Schrecken zu versetzen", erklärte Charles Mingus (1922- 1979), der zu Lebzeiten vor allem seine Mitmusiker in Schrecken versetzte, denen er schon mal einen Zahn ausschlug. Die "80th Birthday Celebration" (3 CDs Fantasy/Zyx) umfasst 33 Stücke mit mehr als dreieinhalb Stunden Musik, die großteils aus den Fünfzigern stammt und ursprünglich auf Labels wie Debut oder Jazz Workshop veröffentlicht wurde. Neben All-Time-Classics wie dem legendären Massey-Hall-Konzert mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie sind das Aufnahmen, die als eine Art "The Making of Mingus" gelesen werden können: Mingus als Begleiter in ausufernden Bop-Sessions, Mingus als Proponent des Cool Jazz (erstaunlich die Zusammenarbeit mit Lee Konitz; auffällig auch Mingus' frühe Vorliebe für das Cello, dessen elegisches Potenzial er immer wieder zum Einsatz bringt), Mingus als Begleiter mehr (Paul Bley) oder weniger berühmter Pianisten (Hazel Scott, Spaulding Givens).

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