Malen mit dem Mittelfinger

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

KUNST. In rasantem Tempo entwickelte sich die amerikanische Malerin Sue Williams vom feministischen "Bad Girl" zur Formalistin. Eine große Personale in der Secession erlaubt nun erstmals einen Überblick über ihre höchst unterschiedlichen Stile. 

Beim Fototermin mit dem Falter hält die Künstlerin Sue Williams freundlich zwei Finger zum "Peace"-Gruß in die Kamera. Im Katalog zur aktuellen Ausstellung wird ihre künstlerische Haltung mit einer anderen Geste bezeichnet, nämlich als "Feminismus mit dem Mittelfinger". Der Versuch, einen Kunstableger der weiblichen Punkbewegung "riot grrrls" zu kreieren, bescherte Williams Anfang der Neunziger unter dem Label "Bad Girl" Einladungen zu einigen Ausstellungen. Sexy und politisch korrekt zugleich sollte diese neue Schlimme-Mädchen-Kunst sein, gegen die Lustfeindlichkeit des gesellschaftlichen Feindbildes Emanzenfeminismus genauso gerichtet wie gegen das Patriarchat.

  Dabei widmeten sich die explizit sexuellen Szenen in Williams' Bildern


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