NÜCHTERN BETRACHTET: Adventmarktsgadgetinnovation rules okay

Kultur | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Es gibt Menschen, die mit beachtlichen libidinösen Energien ausgestattet und Virtuosen des Anstand-Nehmens sind. Vom Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, Rolltreppenbenützer, Supermarkteinkäufer, Kirchen- oder Swingerklubbesucher werden sie dermaßen leicht in Rage gebracht, dass man sich in ihrer Gegenwart fürchten muss (Stichwort: Watschen). Mein Bruder Schwendelsohn etwa, der seinen Patienten die Zähne oft aus schierer Weißglut über irgendein Detail in Kleidung oder Konversation aus dem Maul reißt, verfügt über ein derart ausgeprägt amplitudinierendes Profil der Zu- und Abneigungen, dass meines im Vergleich dazu aussieht wie das EKG eines Herztoten. Gerät er über irgendeinen Missstand besonders heftig in Wut, versuche ich die Gesamtmenge emotionaler Energien einigermaßen konstant zu halten, indem ich mit sanftem Phlegma reagiere und erkläre, das Objekt der brüderlichen Ereiferung "irgendwie ganz okay" zu finden. Das ist der Moment, in dem Schwendelsohn dann mit Barhockern


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