Sideorders: Fünf Elemente

Stadtleben | aus FALTER 49/02 vom 04.12.2002

Dass die Chinesen ja nicht ganz blöd sind, das hat sich, lapidar gesagt, ja schon ein bisschen herumgesprochen. Und dass die chinesische Medizin die okzidentale Schulmedizin nicht nur ergänzen kann ebenfalls. Die Lehre des Kochens nach den fünf Elementen ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Lehre, basierend auf der Idee, dass jedes Nahrungsmittel einen Einfluss auf einen bestimmten Teil des Körpers hat. Weswegen man sich - so die Theorie - mit individuell abgestimmter Ernährung sowohl Krankheiten als auch deren Behandlung sparen kann. Alles freilich ziemlich langfristig gesehen. Weiterer Teil der Lehre ist die jahreszeitliche Kombination der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, gekocht wird nur, was gerade Saison hat und aufgrund seiner Energien zur Jahreszeit passt. Und das sind zurzeit halt Wurzelgemüse, Wild, Kraut, Gewürze, Bohnen - irgendwie eh ganz logisch. Tiefkühlung ist in der 5-E-Küche daher ebenso verpönt wie Mikrowelle, weite Transportwege oder heftiger Gebrauch von Salz, Spielraum zur Interpretation bleibt dennoch reichlich. 5-E-Küche ist eine interessante Auseinandersetzung mit bewusster Ernährung, mit regionalem und saisonalem Angebot, hat aber nichts mit Lustfeindlichkeit zu tun. Oft wird 5-E-Küche in Wien nicht angeboten. Hier jedoch zum Beispiel:

Gesundes, 2., Lilienbrunng. 3, Tel. 219 53 22, Mo, Di, Do, Fr 9-18, Mi 9-17.30, Sa 10-14 Uhr, www.gesundes.at.

Entzückendes, winziges Lokal mit integriertem Veggieladen. Ganze zwei Tische, gekocht wird im Lokal, 5-E-Küche und vegan, aber äußerst wohlschmeckend, täglich ein Menü mit kleinen Variationsmöglichkeiten. Kaffee, Zigaretten und Alkohol gibt es hier nicht, Frauen mögen das Lokal lieber als Männer. Takeaway in hübschen Glas-Containern, regelmäßig Kurse für 5-E-Ernährung.


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