Europa: wos brauch i des?

Extra | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Die Europäische Union steht bei vielen einfachen Bürgern im Verdacht, ein Projekt von Politikern und Beamten zu sein, die sich damit eine Weltbühne, interessante Aufgaben und einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern möchten. Doch noch selten haben die so genannten einfachen Menschen ihre Regierenden so überschätzt wie in diesem Fall.

Tatsächlich bleibt der politischen Klasse gar nichts anderes übrig, als sich mit einer Europäischen Union anzufreunden. Die wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen haben die alten Nationalstaaten längst marginalisiert. Wer auf seine Souveränität mit einer Beharrlichkeit wie die Briten pocht - nun, der hat britische Verhältnisse. Dafür würden sich Kontinentaleuropäer bedanken: Eine Eisenbahn oder ein Gesundheitswesen wie in Großbritannien würde hier zu Volksaufständen führen. "Blut, Schweiß und Tränen" ist nicht nur das Motto britischer Fußballfans, danach lebt die ganze Insel und das macht sie groß. Bloß Zukunft hat das keine. Die liegt in der EU, weil es der kleine Mann so will.


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