"Gib a Ruh, du Neger!"

Politik | NINA HORACZEK und FLORIAN KLENK | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

POLIZEI. Nach einer von Wega-Beamten durchgeführten Hausdurchsuchung liegt ein unschuldiger afrikanischer Krankenpfleger sechs Tage im Spital. Das Polizeipräsidium ermittelt. 

Leonardo Kadima hält sich am Stiegengeländer fest und steigt langsam zu seinem Zimmer hinauf. "Schnell umdrehen darf ich mich nicht. Sonst falle ich um", sagt er. In seiner Hand hält der Kongolese einen Befund der Unfallabteilung des Allgemeinen Krankenhauses. "Schmerzen im Halsbereich, Weichteilschwellung am Schädel, Schmerzen im Bereich der zehnten Rippe und Hämatome", steht darauf. Die Verletzungen, sagt Kadima, seien ihm von Polizeibeamten zugefügt worden.

  Leonardo Kadima ist Krankenpfleger und Medizinstudent, unbescholten und laut eigenen Angaben Opfer einer "höchst brutalen" Amtshandlung der Wiener Polizei, in die er zufällig geriet. Sechs Tage musste der Afrikaner nach einer Hausdurchsuchung im Sozialwohnheim des Vereins Soteria stationär im Wilhelminenspital verbringen. "Die Polizei hat mich


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