Kommentar: "Starmania"-Farce und Pop-Wirklichkeit

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Mit der vierten Ausgabe von "Starmania" erreichte das aktuelle ORF-Realityformat vergangene Woche die Halbzeit der Qualifikationsrunde. Während der neue große Popstar des Landes noch über mehrere Monate hin live im montäglichen ORF-1-Hauptabendprogramm ermittelt wird, steht sein Produzent mit dem leicht angegrauten Peter Wolf bereits fest. Erstmals auch persönlich in der Show zu Gast, beklagte der in Los Angeles lebende Wolf den für ihn seit den Achtzigern gegebenen Niedergang der österreichischen Popmusik und begrüßte "Starmania" als große Chance zur Trendwende.

Mit dem Niedergang hat Wolf zweifelsohne recht - sofern man österreichische Popmusik ausschließlich über das Genre Austropop definiert, das seine vielfach bis heute bemerkenswerten Höhepunkte tatsächlich in den Siebzigern erlebte. Beschränkt man seine Betrachtung jedoch nicht auf die Verwendung eines bestimmten Idioms sowie eines relativ klar vorgegebenen stilistischen Formats, so wird schnell klar, dass es um die

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