KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Was viele an Südtirol putzig finden, hat so mancher, der aus einem der dunklen Täler entkommen ist, schon als sehr beklemmend beschrieben. Der 1970 im lieblichen Bruneck an der Rienz geborene Siggi Hofer macht die ambivalente Haltung seiner Heimat gegenüber produktiv. In seiner aktuellen Ausstellung arbeitet er den Gegensatz zwischen Enge und Weite an prototypischer ländlicher Architektur ab: So stehen im Kunstbuero (bis 21.12.) auf Kartonsockeln kleine Häuschen aus Ton; eines der Pseudosouvenirs trägt das Graffito "Freiheit für Südtirol" an der Hauswand, das Dach eines anderen die Aufschrift "Help". In einem Mitbringselmedium geht es auch auf Hofers Collagen weiter. Dort kleben Fotos auf hübsch aquarellierten Landschaften; ein ausgebombtes Gebäude oder ein Brand in der Ferne widersprechen der idyllischen Oberfläche. Auf einigen der Bilder taucht der Künstler selbst als Demonstrant auf, der Transparente mit poetischen Forderungen wie "Träumen wir uns ins Paradies" trägt. Wie


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