Unter elektrischen Monden

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

FILM. In Sogo Ishiis furiosem Schwarz-Weiß-Film "Electric Dragon 80,000 Volt" träumt Japan von der Cyberpunk-Apokalypse. 

Zumeist klingen Filme sagenhaft blöd, wenn man sie nacherzählt. Kostprobe gefällig? Also: Als Kind geriet Dragon Eye Morrison in einen Starkstromkreis. Dadurch erwachte sein "innerer Drache", er leidet unter Wutschüben, die mit der Absonderung elektrischer Ströme einhergehen. Er spricht telepathisch mit Reptilien, schläft in einer mit Industrieschrott angeräumten Wohnung und spielt, wenn ihn die Wut überwältigt, laut und dissonant Elektrogitarre. Eines Tages stiehlt ihm ein Widersacher, der nicht minder geladene Thunderbolt Buddha, seinen Leguan, um ihn dann im Finale zum Duell zu fordern.

  Das ist der Plot von "Electric Dragon 80,000 Volt", einem furiosen, knapp sechzigminütigen Schwarz-Weiß-Film des japanischen Trash-Regisseurs Sogo Ishii ("Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb"). Das kann man blöd finden, aber keinesfalls ironisch lesen -


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige