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Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Wollte man ein Stück wie "L'arbre qui voit" als Filmmusik einsetzen, es wäre vermutlich ein französischer Arthouse-Streifen, in dem eine junge Frau im Zug die vorbeiziehende Landschaft betrachtet, während der Vorspann abläuft. Das ist nun keineswegs boshaft gemeint, sondern soll allenfalls besagen, dass der aus Tunesien stammende Oud-Spieler Anour Brahem mit seinem Album "Le pas du chat noir" (ECM/Lotus) eine CD eingespielt hat, deren wehmütiger Grundgestus Assoziationen aller Art genug Raum lässt. Selten erreicht das Trio (François Couturier am Klavier, Jean-Louis Matinier am Akkordeon) ein gemäßigt flottes Tempo, gelassen erfingert man sich im lockeren Zwiegespräch schöne Melodien und zelebriert die Kunst des Nicht-wirklich-vom-Fleck-Kommens auf hohem Niveau.

Ganz anders geht der italienische Klarinettist Gabriele Mirabassi die Sache an, wenn er auf "Laktakia Blend" (Enja/Edel) gemeinsam mit seinen Kumpanen Luciano Biondini (Akkordeon) und Michel Godard (Tuba) gleich mit der


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