Die J.-P. Sartre Inc. AG

Kultur | ALFRED PFABIGAN | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

PHILOSOPHIE. In einer voluminösen Monografie erklärt Bernhard-Henri Lévy seinen einstmaligen Kritiker Jean Paul Sartre zum Philosophen des 20. Jahrhunderts und rekonstruiert dessen Freiheitsbegriff. 

Jean-Paul Sartre war - auch in Österreich - zumindest zwei Jahrzehnte der Philosoph einer heranwachsenden Intellektuellen-Generation, seine Faszination reichte zeitlich von der Nachkriegsavantgarde bis weit nach 1968. "Existenzialismus" - das war, auch in Wien, ein Schlagwort, mit dem man erwachsen werden konnte: mit schwarzem Rollkragenpullover, einer geistigen Heimat im Quartier Latin und einem generellen Gefühl für das Absurde, das den Verhältnissen im Nachkriegsösterreich recht angemessen war. Das Bekenntnis zu Sartre war das Artikulationsmittel einer diffusen Opposition, auch wenn die Debatte, ob der Existenzialismus ein Humanismus sei und wie er sich nun zum Marxismus verhalte, für viele hermetisch blieb.

  Doch wie stehen wir heute zu Sartre? Der erste Blick auf den Meter


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