NÜCHTERN BETRACHTET: Witterungsbedingte Wäschegespräche

Kultur | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Aus gegebenem Anlass muss an dieser Stelle von der Kälte die Rede sein. Ihr Image lässt zuweilen zu wünschen übrig, man kann sie aber auch nicht in Bausch und Bogen verwerfen. Zum Beispiel beschert sie einem Konversationen über lange Unterhosen und geruchsresistente, wollene Funktionsunterwäsche, die man für den Großteil des Jahres dann wieder missen muss. Das ist natürlich Männerkram, denn Frauen dürfen zu jeder Jahreszeit Strumpfhosen ihrer Wahl anziehen und brauchen, sobald es kalt wird, nur das Material zu wechseln (Teflon statt Nylon), wohingegen das Tragen von langen Unterhosen außerhalb der kanadischen Wälder ja tendenziell als memmenhaft gilt, weswegen Männer sich dann dazu angehalten fühlen, es umständlich zu legitimieren, falls sie tatsächlich einmal welche anhaben. Auf diese Weise macht die Lange-Unterhosen-Debatte dann einen unangemessen hohen Prozentsatz männlicher Unterwäschekonversation aus. Während die Grundsatzfrage ("Slips, Pants oder Boxershorts?")


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