Stadtrand: Museumsshop ohne Museum

Stadtleben | aus FALTER 50/02 vom 11.12.2002

Was soll das denn schon wieder? Neben dem Wiener Kunsthistorischen Museum hat jetzt das New Yorker Metropolitan Museum of Art einen Museumsshop eröffnet. Nur zur Beruhigung: Das angeblich größte Museum der Welt ist im Big Apple geblieben. In dem neuen Geschäft am touristischen Trampelpfad gibt es nicht nur den üblichen Merchandise-Kram aus dem "Met" (Fake-Antiken aus Gips, Poster, Bilder und Kataloge), sondern auch allerhand ausgeflippte Artefakte aus dem Louvre, dem British Museum und - immerhin! - dem Kunsthistorischen Museum. Ganz ungeachtet der Tatsache, dass natürlich Dinge wie das Parthenon-Fries oder ägyptische Grabbeigaben ursprünglich auch nicht unbedingt nach London oder Manhattan gehört haben - ist es nicht ein bisschen seltsam, in Wien in einem Museumsshop ohne Museum Dinge anzubieten, die nichts mit Wien zu tun haben? Müssen wir uns jetzt darauf vorbereiten, dass Madame Tussaud's oder das Hygienemuseum Dresden hier Filialen eröffnen? Und werden Wiener Museumsgeschäfte auch woanders ihr Glück versuchen? Oder gibt es bereits irgendwo einen Wiener-Werkstätte-Store, einen Schiele-Shop und ein Hundertwasser-House? Ja, regt sich da gar niemand drüber auf? C. W.


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